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Brasiliens multimodale Logistiklösung für nachhaltige Versorgungsketten

03.02.2023 – 12:20

In Brasilien wird derzeit eine neue integrierte multimodale Logistiklösung entwickelt: der Alcântara Port Terminal (APT). Mit einem Tiefwasserhafen (Wassertiefe: 25 m) und einer privaten Eisenbahnstrecke ermöglicht das Projekt den effizienten Transport von Gütern bei gleichzeitiger Senkung des Schadstoffausstoßes. Zudem ist eine Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff vorgesehen. Fachleute der DB E.C.O. Group werden ihr Know-how in dieses Infrastrukturvorhaben einbringen, das der brasilianischen Wirtschaft und der globalen Logistik gleichermaßen zugutekommen wird.

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Der Alcântara Port Terminal (APT) beinhaltet einen Tiefwasserhafen und eine 520 km lange private Eisenbahnstrecke mit freiem Netzzugang (Stichwort „Open Access“) zur Anbindung des neuen Hafens an die Nord-Süd-Schienenmagistrale. Außerdem ist eine Anlage zur Erzeugung von sauberer Energie und grünem Wasserstoff vorgesehen.

Der einzige Hafen am Ostufer der Baía de São Marcos wird eine natürliche Wassertiefe von 25 m haben. Der Standort befindet sich in dem Gebiet, in dem die brasilianische Agrar­industrie derzeit am stärksten expandiert, und bietet eine strategische Alternative für Erzeuger im Mittelwesten, Norden und Nordosten Brasiliens.

Bisher hat die Nord-Süd-Schienenmagistrale noch keine direkte Hafenanbindung. Die geplante Logistiklösung wird nun einen neuen Transportkorridor für landwirtschaftliche Erzeugnisse schaffen; dafür wurde ein Nachfragepotenzial im Hinterland von 80 Millionen Tonnen pro Jahr ermittelt. Hinzu kommt eine große Nachfrage nach Transportleistungen für mineralische Rohstoffe. Laut einer Studie der Weltbank bietet dieses Projekt die beste Logistiklösung für die Nord-Süd-Schienenmagistrale.

Innovation und Nachhaltigkeit

Die effiziente Beförderung von Gütern und die Skaleneffekte durch den Einsatz größerer Schiffe, die den Hafen dank seiner Wassertiefe von 25 m anlaufen können, ermöglichen nicht nur eine Reduzierung der CO2-Emissionen, sondern auch eine Senkung der Transport­kosten.

Die Planung sieht auch die Erzeugung von grünem Strom vor; Wind-, Sonnen- und Gezeitenenergie sind in der Region reichlich vorhanden. So sollen der Hafen und die Eisenbahn mit Strom versorgt und zudem die Herstellung von grünem Wasserstoff ermöglicht werden. Dieser Wasserstoff kann dann wiederum zur Herstellung von Dünge­mitteln verwendet werden, die als Rückladung auf der Schiene in die landwirtschaftlichen Anbaugebiete befördert werden können.

Projekt von multinationaler Bedeutung

Die DB E.C.O. Group hat ein Memorandum of Understanding (MoU) mit Grão-Pará Maranhão (GPM) über die gemeinsame Projektentwicklung und den späteren Betrieb der Eisenbahn unterzeichnet. Dabei soll der Betrieb in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Partner Sysfer durchgeführt werden und die DB Engineering & Consulting die Rolle des sog. „Shadow Operator“ übernehmen.

Im Januar 2023 lud der deutsche Botschafter in Brasilien, Heiko Thoms, die Projektpartner ein, den Alcântara Port Terminal und die Eisenbahnstrecke EF-317 in der deutschen Botschaft in Brasilia vorzustellen. An der Veranstaltung nahmen hochrangige Amts­träger:innen der brasilianischen Regierung, Botschafter:innen der Europäischen Union und Vertreter:innen multinationaler Unternehmen teil, die an dem wegweisenden Infrastruktur­vorhaben interessiert sind. Dank seiner geografischen Lage fast am Äquator bietet der Alcântara Port Terminal vergleichsweise kurze Wege von Brasilien nach Europa und ist damit eine ideale Energiedrehscheibe auch für Europa.

Erkunden Sie den Alcântara Port Terminal und erfahren Sie mehr über das Projekt: